Lohnt sich Autofahren angesichts der hohen Spritpreise überhaupt noch?

Die Frage ob sich Autofahren heute überhaupt noch lohnt, stellen sich die meisten Autobesitzer, spätestens an der Tanksäule.
Der Verbrauch sinkt – Dank neuester Einspritztechnologie, Reifen mit verringertem Rollwiderstand und anderen Techniken, die den Spritverbrauch senken können, ist die Reichweite pro Tankfüllung sehr stark angestiegen. Ein recht amüsanter Werbespot von VW, in dem ein Autofahrer vollkommen ausgetrocknet an die Tankstelle fährt und den Eimer mit dem Putz-Wasser für die Scheiben zu leeren war einer der ersten Spots, die den geringen Spritverbrauch der neuen Modelle vordergründig beworben haben. Mittlerweile sind Reichweiten von über 1000 Kilometer keine Seltenheit mehr. Warum also bekommt man beim Tanken trotzdem Bauchschmerzen? Und ist es wahr, dass die Spritpreise in jeden großen Ferien ansteigen und danach nicht wieder zurück auf das alte Niveau fallen? Dieser Verdacht verlangt nach einer genaueren Überprüfung.

Steigen die Spritpreise stetig?

Verfolgt man den Benzinpreis an Tankstellen, dann könnte der Eindruck gewonnen werden, dass der Preis immer steigt. Insbesondere vor Reisewochenenden oder Ferien. Die Preise fallen nach der Reisewelle glücklicherweise wieder etwas ab, aber kommen anscheinend nicht zurück zum alten Niveau. Besonders anschaulich wird dies an der folgenden Infografik gezeigt, die momentan bei t-online.de zu finden ist. Im Jahre 1950 betrug der Preis für Diesel umgerechnet etwa 29 cent. Traumhafte Preise, wenn man den durchschnittlichen Wert der letzten Wochen einbezieht. Der Preis hat sich seit 1950 verachtfacht. Für Benzin ist die Preisentwicklung nicht ganz so drastisch, aber immerhin fünf-fach so hoch wie vor 50 Jahren.
Unsere Benzinpreise von 1950 bis heute

Wie schnell steigen die Benzinpreise?

Wird eine lange Zeitreihe betrachtet, dann sind die Preise für Diesel und Benzin anscheinend bis zur Wende gar nicht so drastisch gestiegen. Ab 1990 sind die Preise jedoch fast explodiert. Als im Jahre 1990 der Citroen XM zum Auto des Jahres gewählt wurde, konnten die stolzen Besitzer die (im Vergleich zu heute) dreifache Menge an Sprit in den Tank einfüllen.

Lohnt sich das Autofahren bei den Preisen?

Die Frage nach den Kosten-Nutzen Faktor von Autos kann nicht allgemein beantwortet werden. Der Nutzen eines Autos in ländlichen Gebieten ist immens hoch, da es an Alternativen mangelt. Ein Arbeitnehmer aus einigen Teilen des Emslands könnte beispielsweise niemals pünktlich zur Arbeit kommen, wenn er öffentliche Verkehrsmittel benutzen sollte. Autofahrer in der Stadt können da schon eher auf das Auto verzichten. Mittlerweile gibt es tolle Alternativen, wie carsharing oder Leihfahrräder. Gehört das Autofahren zum Hobby, dann wird es leider zunehmend zur Belastung. Nicht nur für den Geldbeutel, sondern natürlich auch für die Umwelt. Gegen die hohen Benzinpreise hilft definitiv das Auto stehen zu lassen und nach Alternativen zu suchen. In einigen Jahren wird es hoffentlich praktikable und bezahlbare Alternativen zum Verbrennungsmotor geben. Auf den Automessen werden immer wieder interessante Studien vorgestellt, die allerdings noch nicht an die Alltagstauglichkeit von heutigen Fahrzeugen kommen. Bei dem Blick auf die obige Grafik freuen wir uns auf die Zukunft mit surrenden Elektroautos.